Der Priester Adolph Kolping fand in dem 1846 in Elberfeld (Wuppertal) entstandenen Gesellenverein seine Lebensaufgabe.
Seit 1849 wirkte er von Köln aus für die Ausbreitung seines Werkes, aus dem sich das heutige Internationale Kolpingwerk, in mehr als vierzig Ländern, entwickelt hat.
Als Sozialreformer gab Adolph Kolping seinem Werk das geistige Konzept, als Seelsorger die religiöse Mitte, als Publizist die öffentliche Satzung.
Sein Werk, das auf dem Prinzip gemeinschaftlicher Selbsthilfe beruht, war die praktische Antwort auf die sozialen Fragen seiner Zeit. So wurde er zum Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung und zugleich zum Vorläufer der katholischen Soziallehre.
Seliggesprochen durch Papst Johannes Paul II am 27. Oktober 1991 in Rom.
Wir wählen nicht für den laufenden Tag, wir wählen für die Zukunft, also muß auch unser Blick weiterreichen als über das momentane Interesse des Tages.
Vom armen Schuhmachergesellen zum Priester und Sozialreformer: Adolph Kolping machte die Not der wandernden Handwerksgesellen zu seiner Lebensaufgabe und schuf ein Werk, das bis heute weltweit wirkt.
Adolph Kolping wurde am 8. Dezember 1813 im rheinischen Kerpen bei Köln geboren. Er wuchs als Kind eines Schäfers in einfachen, armen Verhältnissen auf. Schon früh zeigte sich seine Lernfreude, doch die Mittel der Familie reichten nicht für eine weiterführende Schulbildung. So begann sein Weg im Handwerk.
Kolping erlernte das Schuhmacherhandwerk und arbeitete rund zehn Jahre als Geselle. In dieser Zeit erlebte er am eigenen Leib die Härten des Wanderlebens: lange Arbeitstage, unsichere Unterkünfte, Einsamkeit in der Fremde und die Gefahren, denen junge Handwerker fern der Heimat ausgesetzt waren. Diese Erfahrungen prägten ihn tief und legten den Grund für sein späteres Lebenswerk.
Mit etwa 23 Jahren fasste Kolping den Entschluss, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Er holte als Erwachsener das Gymnasium nach und legte in Köln das Abitur ab. Anschließend studierte er Theologie in München und Bonn. Am 13. April 1845 wurde er zum Priester geweiht.
Seine erste Stelle führte Kolping als Kaplan nach Elberfeld (heute Wuppertal). Dort traf er auf den 1846 gegründeten Gesellenverein – eine kleine Gemeinschaft junger Handwerker. Kolping erkannte sofort, welche Kraft in dieser Idee lag, und übernahm 1847 dessen Leitung als Präses. Aus seiner eigenen Gesellenzeit wusste er, was die jungen Männer brauchten: Gemeinschaft, Bildung, Halt im Glauben und ein Stück Familie in der Fremde.
1849 wechselte Kolping nach Köln und gründete dort den Kölner Gesellenverein. Von hier aus breitete sich das Werk in kurzer Zeit über das Rheinland und weit darüber hinaus aus. Kolping richtete Gesellenhospize ein, in denen wandernde Handwerker eine sichere Unterkunft fanden, und verband praktische Hilfe mit Bildung und religiösem Leben. Sein Leitgedanke war die gemeinschaftliche Selbsthilfe.
Kolping war nicht nur Organisator, sondern auch ein begnadeter Publizist. Mit volksnahen Schriften und einer eigenen Zeitschrift erreichte er ein breites Publikum. Wegen seiner Fürsorge für die jungen Handwerker erhielt er den Ehrennamen „Gesellenvater".
In seinen letzten Lebensjahren wirkte Kolping als Rektor der Kölner Minoritenkirche, die zur geistigen Heimat seines Werkes wurde. Von schwerer Krankheit gezeichnet, arbeitete er unermüdlich weiter. Am 4. Dezember 1865 starb Adolph Kolping im Alter von nur 51 Jahren in Köln.
Sein Werk, das auf dem Prinzip gemeinschaftlicher Selbsthilfe beruht, war die praktische Antwort auf die sozialen Fragen seiner Zeit. So wurde Kolping zum Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung und zum Vorläufer der katholischen Soziallehre. Am 27. Oktober 1991 sprach ihn Papst Johannes Paul II. in Rom selig. Bis heute tragen weltweit Kolpingsfamilien seinen Geist weiter – so auch die Kolpingsfamilie Neresheim, gegründet 1893.
